La belle poule

»Belle Poule«-Perücke aus »Emma und Eginhard«

In Eva-Maria Höckmayrs Inszenierung von »Emma und Eginhard« trägt Sylvia Schwartz als Hildegard eine aufwendige Perücke, die mit einem Schiff dekoriert ist: eine Frisur à la Belle Poule, die zur Zeit des Rokoko sehr en vogue war.

Perücke

Ab ca. 1770 wurde die Haarmode der Damen immer pompöser, höher und voluminöser, sodass Haarteile und Perücken notwendig wurden, um die hohen Turmfrisuren zu kreieren – ja selbst Leitern, damit die Coiffeure die Spitze der ein oder anderen Frisur erreichen konnten. Die in Emma und Eginhard zitierte Frisur hat sogar einen historischen Hintergrund: »La belle poule« (die schöne Henne), war ein französisches Kriegsschiff, entworfen und gebaut von Léon-Michel Guignace, das Hoffriseur Leonard Autier 1777 dazu inspiriert haben soll, zu Ehren einer siegreichen Schlacht ein Modell in die Perücke der Königin Marie Antoinette einzuarbeiten. Daraus wurde eine oft kopierte, neue Mode am Königshof.

Für die Herstellung unserer Perücke à la Belle Poule waren über 50 Arbeitsstunden nötig: Die stellvertretende Chefmaskenbildnerin Ulrike Reichelt hat zuerst eine Montur aus Tüll nach den Maßen des Kopfes der Sängerin hergestellt und danach das ca. 40 cm lange Haar in Handarbeit mit einem Knüpfhaken daran befestigt bis eine dichte Perücke entstanden ist. Für dieses Modell wurde präpariertes Büffelhaar verwendet, da es bereits den gewünschten puderigen Effekt hat. Im Anschluss wurden die Haare in Lockenwickler gelegt, gefönt und zu einer großen Rokoko-Frisur gesteckt. Den krönenden Abschluss bildet das 17 x 15 cm große Schiff: Ursprünglich ein Piraten-Modellschiff aus leichtem Holz und Kunststoff (es wiegt ca. 150 g), das von den Hutmachern vergoldet und mit einer Befestigung versehen wurde, damit es in die Perücke eingearbeitet werden konnte.

Emma und Eginhard - Foto: Monika Rittershaus

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