Wie auf Flügeln!

anna-samuil-foto-yury-kasyanov

Am Samstag gibt Sopranistin und Ensemblemitglied Anna Samuil ihr Rollendebüt als Titelheldin in Hans Neuenfels‘ Inszenierung von Richard Strauss‘  »Ariadne auf Naxos«. Anlässlich dieses Debüts haben wir sie zwischen den Proben auf »Drei Fragen« getroffen. 

»Wenn Ariadne und Bacchus am Ende der Oper das große Duett singen, fühle ich mich tatsächlich wie auf Flügeln!«

Es ist dein Rollendebüt, was macht für dich die Figur der Ariadne aus?
Es gibt nicht viele Opern, in denen man als Sängerin zwei verschiedene Rollen auf der Bühne darstellen kann, hier zuerst die Primadonna und anschließend Ariadne. Die beiden Frauenfiguren leben ineinander und beeinflussen sich gegenseitig, diese Konstellation zu verkörpern ist nicht so leicht, aber eine sehr spannende Herausforderung. Die Rolle der Ariadne ist äußerst interessant, es geht um Liebeskummer, Verzweiflung und Todessehnsucht, aber gleichzeitig auch um Mut, Kraft, Hoffnung, Fantasie und keine Angst vor Verwandlung – wie reizvoll, all diese Gefühle gleichzeitig zu finden und zu entwickeln!

Wie würdest du die Musik von Richard Strauss beschreiben?
Strauss‘ Musik in »Ariadne auf Naxos« ist wunderschön, reich an fantastischen Melodien und Harmonien, an charakteristischen Leitmotiven, jede Figur auf der Bühne hat seine eigene Klangsprache und Ausdruckswelt, besonders interessant ist natürlich auch die ungewöhnliche Orchesterbesetzung.
Stimmlich gesehen ist es mir ein Genuss, die wunderbare Partie der Ariadne zu singen – man spürt, wie sehr Richard Strauss die Sopranstimmen geliebt hat, in allen seinen Opern. Wenn Ariadne und Bacchus am Ende der Oper das große Duett singen (gemeinsam mit dem großartigen Roberto Sacca), fühle ich mich tatsächlich wie auf Flügeln!

Was ist für dich das Besondere an Hans Neuenfels‘ Inszenierung?
Ich finde seine »Ariadne auf Naxos« fantastisch, sie ist klar und verständlich, sehr musikalisch und schafft es, die ewige Frage nach dem »Theater im Theater« perfekt zu beantworten. Zudem kann der Zuschauer unvorbereitet in die Oper kommen und wird alles verstehen, man muss nicht vorher 40 Seiten Erklärungen eines Regisseurs oder Dramaturgen lesen, ich denke nicht einmal einen Opernführer ;)
In Neuenfels‘ Inszenierung wird es für uns Sänger sehr aufregend, die gleichzeitig vorhandenen verschiedenen zwei oder drei Ebenen, die schon in der Geschichte und Musik vorhanden sind, dem Publikum zu übermitteln. Wir freuen uns alle sehr darauf ;)

Neuer Kommentar

Verfasse jetzt einen Kommentar. Neue Kommentare werden von uns moderiert. Hier finden Sie Informationen zum Datenschutz für das Verfassen von Kommentaren.




Fotos die auf Instagram mit #staatsoperberlin getagged wurden.