I ❤ La traviata

Staatsoper Berlin - La traviata - Foto: Ruth Walz

Am 14. September 2014 debütiert Sopranistin und Ensemblemitglied Evelin Novak, deren Karriere an der Berliner Staatsoper 2009 im Internationalen Opernstudio begann, als Violetta in »La traviata« auf der Staatsopernbühne – uns hat sie erzählt, warum diese Partie für sie eine ganz besondere ist.

Sie singen zum ersten Mal die Violetta, eine der ganz großen Partien für Sopranistinnen. Geht für Sie damit ein kleiner Traum in Erfüllung?
Oh ja, und zwar sehr großer! Ich kann es kaum erwarten, als Violetta Valéry auf der Bühne der Staatsoper zu stehen… Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, wenn so ein Traum in Erfüllung geht.

Was sind die größten stimmlichen Herausforderungen?
Es ist schwierig, konkrete Stellen zu nennen. Natürlich muss man immer bedenken, dass man als Sänger  jeden Ton stützen muss und besonders in der ersten Arie »E strano« sowie in dem lyrisch-dramatischen Duett im zweiten Akt seine Kräfte klug einteilen muss. Entscheidend ist, dass man im dritten Akt noch genug Kraft und Stimme hat, um die ganze Emotion der Traviata  zu zeigen. Ich sehe die gesamte Partie als Herausforderung.

Was für ein Charakter ist Violetta für Sie?
Ich habe viel recherchiert, um in den Charakter der Violetta sehen zu können: Eine Reise nach Paris, ein Besuch von Margaretes Grab und der Straße, in der sie jeden Tag mit der dunkelblauen Kutsche gefahren ist – Kirschmöbel, Eichentisch in der Wohnung, Blumentapete an der Wand… ihre täglichen Opernbesuche. All diese Details haben mir geholfen, den Charakter der Traviata zu verstehen. Sie ist ein junges aber todkrankes Mädchen, das keinesfalls naiv ist, sondern das Leben ganz genau kennt. Meiner Meinung nach stirbt sie eigentlich schon im zweiten Akt. Sie gibt auf, nachdem sie erkennt, dass sie ihre einzig wahre Liebe aufgeben muss, weil sie nie würdig sein wird, ein normales Familienleben führen zu dürfen.

»La traviata war die erste Oper, die ich je gesehen habe.«

Erinnern Sie sich noch, wann Sie Ihre erste Begegnung mit dieser Oper hatten?
Ich weiß, dass ich ein kleines Mädchen war und mit meiner Mutter im Fernsehen zufälligerweise über einen Opernfilm »gestolpert« bin. Wir waren beide so beeindruckt, dass wir kein einziges Wort gewechselt haben. Es war die Zeffirelli-Inszenierung, wie ich Jahre später erfuhr, als ich die Welt der Oper für mich endeckt habe. Es war bei uns auf dem Dorf in Kroatien etwas schwieriger, die Oper kennenzulernen. :-)
»La traviata« war die erste Oper, die ich je gesehen habe.

Diese Partie wurde von Sängerinnen wie Maria Callas, Montserrat Caballé oder Anna Netrebko gesungen. Haben Sie eine Lieblingsinterpretation?
Ich habe so viele. Ich könnte hier endlos Namen aufzählen. Ich bin von so vielen Stimmen und Interpretationen überwältigt. Bis vor einem Jahr habe ich so viele »Traviatas« gehört. Mittlerweile habe ich aufgehört, weil ich niemanden kopieren möchte. Ich möchte, dass meine Violetta Valéry aus dem entsteht, was ich gelernt und erarbeitet habe. Und ich freue mich riesig darauf!

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