Ciao, Tosca!

Detlev Iben in der Staatsoper Berlin

Die »Tosca« in der Inszenierung von Carl Riha wird bereits seit 1976  in der Staatsoper Unter den Linden gespielt. Am Sonntag, 1. Juni 2014 wird sie nun zum letzten Mal auf unserer Bühne zu sehen sein.

Bereits bei der allerersten Aufführung war Detlev Iben dabei. Am 3. März 1976 erlebte er die Premiere von »Tosca« in der Neuninszenierung von Carl Riha. Die musikalische Leitung hatte der damalige Generalmusikdirektor Otmar Suitner inne. Die Titelpartie sang Anna Tomowa-Sintow, Ruggiero Orofino war als Mario Cavaradossi zu sehen und Theo Adam gab den Scarpia.

»Die Tosca ist immer noch wunderschön.«

Detlev Iben in der Staatsoper Berlin

Detlev Iben in seinem selbstproduzierten Tosca-Shirt während einer Probe in der Staatsoper

8 Jahre später war Detlev Iben selbst Teil der Produktion: 1984 wurder er Komparse an der Staatsoper und eine seiner ersten Rollen war ein Mitglied von Scarpias Geheimpolizei darzustellen in eben dieser »Tosca«.

Seitdem hat Iben in mehr als 130 Vorstellungen mitgewirkt und ist jedes Mal aufs Neue begeistert: »Die Tosca  ist immer noch wunderschön.«  Am Sonntag, 1. Juni 2014  gibt es zum letzten Mal die Gelegenheit diese Inszenierung zu sehen, dann verabschiedet sie sich von der Berliner Staatsopern-Bühne. 38 Jahre hat uns Rihas »Tosca« begleitet – wir sind gespannt auf die Neudeutung von Alvis Hermanis in der Spielzeit 2014/2015.

 

7 Kommentare

  • #3 | Staatsoper Berlin Blog
    schrieb am 01.06.2014 um 7:59 Uhr.

    […] de León interpretiert und Egils Silins singt den Scarpia. Mit dabei ist natürlich auch Detlev Iben – als Komparse in Scarpias Geheimpolizei in seiner letzten […]

  • Ralf Arndt
    schrieb am 05.06.2014 um 12:15 Uhr.

    Ich habe mit Detlev die letzte Vorstellung der Tosca als einer der sechs Sbirren gespielt. Es war immer eine große Freude, in dieser tollen Inszenierung mitspielen zu dürfen. Ich habe 1973 die Proben dazu mitgemacht und bin seit der Premiere (mit einigen Unterbrechungen) bis zur 178. Vorstellung dabei. Damals sollte die Tosca in zwei Versionen erschein, in italienisch und in deutsch. Die italienische war am 3.3.76 und die deutsche war ein paar Tage später geplant. Wegen eines Eklats zwischen Suitner und Riha kam es dazu nicht und die deutsche Premiere fiel ins Wasser (in der Zeitung stand krankheitsbedingt) Spas Wenkoff sollte den Cavaradossi singen.
    PS: Der Sänger des Cavaradossi in der italienischen Premiere hieß Orofino und nich Orfino. Er hat damals viele, vorallem große italienische Heldenpartien gesungen.

  • Ralf Arndt
    schrieb am 08.06.2014 um 9:10 Uhr.

    Korrektur: Die Proben zur Tosca begannen natürlich erst 1976 (nicht 1973).

  • Christian Schneider
    schrieb am 11.11.2014 um 23:55 Uhr.

    Zufällig bin ich auf diesen Blog gestoßen und möchte zum Thema „Tosca“ etwas beisteuern:
    Es war Sonnabend, der 6. März 1976 – ein Datum, welches ich nicht nachschlagen muß, es wird mir für ewig
    glücklich und dankbar im Gedächtnis bleiben. Für die Premiere der Tosca am 3. März. bekamen wir keine Karten. Aber für die erste Vorstellung danach. Und diese war so unbeschreiblich unglaublich gut, daß ich nur in Superlativen davon sprechen kann. Dieser Abend war eine glückliche Sternstunde, die nicht zu überbieten war.
    Und die, ich bin ganz sicher, egal wo, ob Met, Wien oder Scala, gefeiert worden wäre – besser geht nicht. Unter dem hervorragenden Dirigat von Prof. Otmar Suitner gaben alle ihr Bestes, gaben mehr als 100 %, jeder war in Höchstform. Allen voran die drei Hauptsolisten „Anna Tomowa – Sintow, Ruggiero Orofino und Theo Adam“.
    Das Haus war selbstverständlich ausverkauft und das Publikum spendete begeistert Szenenapplaus und am
    Schluß wollte der tosende Beifall mit Trampeln, Jubeln und Klatschen mit vielen Vorhängen kein Ende nehmen.
    Wir waren von dem vielen intensiven und langen Beifall klatschen richtig erschöpft.
    Auch die Presse überschlug sich damals in Lobeshymnen. Eine Schlagzeile weiß ich noch ganz genau:
    „Ruggiero Orofino als Cavaradossi genügt das pure Gold in der Kehle“. Und das hatte er tatsächlich. Was war
    das für ein großartiger hervorragender Tenor. Ich bin froh und glücklich , daß ich diesen Abend gemeinsam mit meinen Eltern und einem Freund damals erleben durfte. Er wird mir als ein absoluter Höhepunkt unendlich dankbar in ewiger Erinnerung bleiben. Vielleicht war dieser Theaterabend unter meinen vielen, der Allerschönste. Obwohl wir 240 Km von Berlin entfernt wohnen, war ich von 1973 – 1985 ca. 70 mal in der Staatsoper. Ich habe die Tosca bestimmt noch mind. 10 mal in meiner geliebten Staatsoper gesehen.
    Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die hervorragende Inszenierung von Prof. Carl Riha.
    Damals gab es noch keine Verunstaltungen oder sinn – und geistlose, entstellende Neudeutungen irgendwelcher Skandal – und Klamauk – Regisseure. Da wurde noch zur Freude und zum Genuß des Publikums werkgetreu inszeniert! So ist es zum Glück heute noch z. B. bei unseren tschech. Nachbarn in Liberec. Die machen dort noch wunderbares konservatives, traditionellesTheater.
    C.S.

  • Christian Schneider
    schrieb am 12.11.2014 um 0:42 Uhr.

    Kommentierend auf den Beitrag von Ralf Arndt möchte ich meine Meinung äußern. Zitat:
    Damals sollte die Tosca in zwei Versionen erschein, in italienisch und in deutsch. Die italienische war am 3.3.76 und die deutsche war ein paar Tage später geplant. Wegen eines Eklats zwischen Suitner und Riha kam es dazu nicht und die deutsche Premiere fiel ins Wasser (in der Zeitung stand krankheitsbedingt) Spas Wenkoff sollte den Cavaradossi singen.
    Das die Tosca auch in deutsch erscheinen sollte, wußte ich damals. Das Spas Wenkoff als Cavaradossi dafür
    vorgesehen war, wußte ich nicht. Ich meine, ein Glück, daß uns das erspart blieb. Ob Wenkoff ein guter Wagner Tenor war, möglich. Ich vermag das nicht zu beurteilen. Aber eines war er ganz sicher nicht – ein Tenor für´s ital. Fach. Ich hatte das Pech, ihn als Ersatz, wegen einer plötzlichen Absage von Ruggiero Orofino, als Rodolfo
    in La Boheme erleben zu müssen. Wenn ich sage, er war mehr als enttäuschend, ist das von mir sehr geschmeichelt.
    C.S.

  • Christian Schneider
    schrieb am 17.11.2014 um 18:40 Uhr.

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Da ja seit längerem die Unsitte um sich greift, daß Opern /Operetten durch Klamauk – und Skandal – Regisseure immer mehr „verunstaltet“ werden durch Neudeutungen, Zeit – und Ortsverschiebungen, Schock – und Schmuddelbildern und ähnlichem Unsinn, möchte ich der geschätzten Leserschaft mal ein Opernhaus präsentieren und näher bringen, was es verdient, in größeren Kreisen bekannt und erwähnt zu werden –
    das Theater in Liberec /Reichenberg (Tschechien /Böhmen.).
    Es ist von außen und innen ein wunderschönes Bauwerk, wie man sich ein Theater wünscht und vorstellt.
    Und hier wird zur Freude und zum Genuß des Publikums noch traditionell und werkgetreu inszeniert und interpretiert. Hier stimmen noch Kulissen, Kostüme und die Personenführung. Dies alles bei einem ausgewogenen, vielseitigen und interessanten Spielplan, dargeboten von einem hervorragenden Ensemble (Solisten, Chor, Orchester) in hoher anspruchsvoller Qualität. Alle Akteure geben stets ihr Bestes und ihnen ist eine intensive Hingabe und Spielfreude anzumerken. Die Werke werden fast ausnahmslos in der jeweiligen Originalsprache interpretiert.
    Vor genau zwei Jahren haben wir dieses Haus für uns entdeckt und haben seitdem bestimmt schon 20 tolle Abende erlebt, die immer zufriedenstellend und beglückend waren. Wir haben in dieser Zeit gesehen:
    „La Traviata, Nabucco, Carmen, Rusalka, Der Freischütz, Polenblut, Die Fledermaus, Hoffmanns Erzählungen, Die Macht des Schicksals, Robinsoe Crusoe, Die verkaufte Braut“. Manches davon haben wir doppelt und dreifach gesehen, weil es so gut war. So z. B. La Traviata“. Im Februar sang die Titelpartie eine Sopranistin vom Nationaltheater, bzw. der Staatsoper Prag „Marie Fajtova“. Die war so was von überragend gut, das war purer Genuß. Später hörte ich aus Fachkreisen, Frau Fajtova gilt als die beste Violetta im gesamten tschech. Raum.
    In den vergangenen drei Jahren waren wir auch einige Male in der Semperoper Dresden (La Boheme, Rigoletto, La Traviata). Die Boheme ging noch, die beiden anderen Opern verdienen das Prädikat „Inszenierung“ nicht, denn es war keine! Und, mal abgesehen von der hervorragenden Dresdner Staatskapelle, was die Qualität des dortigen Ensembles betrifft, nun, da kann Liberec garantiert mithalten.
    Und das bei Eintrittspreisen von 80 – 290 tschech. Kronen (ca. 3 – 12 Euronen)!
    Ich danke den geschätzten Mitlesern für ihre Aufmerksamkeit und das evtl. Interesse.
    C.S.

  • Christian Schneider
    schrieb am 11.10.2016 um 10:18 Uhr.

    Ergänzung zu meinen Beiträgen und zum Thema „TOSCA“:
    1976 drehte die DEFA einen Film, bzw. eine Dokumentation mit Szenenausschnitten und Arien der damals wichtigsten Gesangssolisten /Stars der Deutschen Staatsoper Berlin. Dieser Film ist inzwischen auf
    You Tube in voller Länge zu sehen unter dem Titel „Gala unter den Linden“.
    Ab Min. 8.00 Anna Tomowa – Sintow mit „Vissi d´arte“
    und ab Min. 34.00 Ruggiero Orofino mit „E luccevan le stelle“.
    Ich sage, beides niemals besser gehört!!! Ich hatte das Glück, diese beiden großartigen und hervorragenden Gesangssolisten viele Male live seinerzeit in der Staatsoper zu erleben.
    Interessenten wünsche ich beim Anschauen /Anhören viel Freude und Genuß.
    C. S.

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