ThrowbackThursday No 42 – aus 450 Jahren Staatskapelle Berlin

Zum 450. Jubiläum der Staatskapelle Berlin, das wir 2020 feiern, gibt es in dieser Serie wöchentlich einen #ThrowbackThursday mit interessanten Fakten und Wissenswertem aus der Geschichte der Staatskapelle Berlin für Euch.
Woche 42: Wie macht man aus zwei Orchestern eines? Die Vereinigung von Königlicher Hofkapelle und dem Orchester des Nationaltheaters 1786

König Friedrich II., schon zu seinen Lebzeiten »der Große« genannt, hatte 46 Jahre an der Spitze Preußens gestanden. Der Staat und die Residenzen Berlin und Potsdam hatten sich in dieser Zeit merklich verändert, gerade auch im Blick auf das kulturelle Leben. Obwohl der Monarch in seinen letzten Jahren weit weniger Interesse für seine Hofoper und Hofkapelle aufbrachte, hatte er doch diese Institutionen zuvor auf einen im europäischen Maßstab hochbeachtlichen Stand geführt. Mit einer Stärke von rund 40 Musikern gehörte seine Kapelle zu den größten Ensembles ihrer Art, künstlerisch leistungsfähig war sie ohnehin. Des Königs musikalischer Geschmack freilich, seit seiner Jugend gleichsam unverändert, hatte dazu geführt, dass Repertoire und Stil spürbar veraltet waren. Unter Friedrichs Neffen und Nachfolger Friedrich Wilhelm änderte sich die Situation: Schon als Kronprinz unterhielt er eine Kapelle, mit immerhin rund 20 Mitgliedern. Als er, der in vielerlei Hinsicht das Gegenteil seines Vorgängers war, dessen Liebe zur Musik allerdings teilte, im Spätsommer 1786 den preußischen Thron bestieg, vereinigte er das von ihm unterhaltene Ensemble mit der eigentlichen Hofkapelle. Erstmals musizierte das nunmehr 60-köpfige Orchester bei der Trauerfeier für Friedrich den Großen am 9. September 1786 in der Potsdamer Garnisonskirche. Ein Jahrzehnt später war die Königliche Kapelle auf 75 Spieler angewachsen, womit sie am Ausgang des 18. Jahrhunderts zu den europaweit größten Orchestern zählte. Friedrich Wilhelm II. hinterließ bei seinem Tod 1797 zwar einen gewaltigen Schuldenberg, dafür aber hatte er das Königliche Nationaltheater am Gendarmenmarkt ins Leben gerufen und wesentlich gefördert, die Berliner Mozart-Tradition durch die Erstaufführungen seiner Musiktheaterwerke begründet und die Hofkapelle weiter ausgebaut. Und durch den Umbau des schon ein wenig in die Jahre gekommenen Opernhauses Unter den Linden besaß diese nun auch ein zeitgemäßes Zuhause.

 

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